Nachhaltigkeitsforum RUB – „Ergebnisse der Arbeitskreise Bio Abfall und Urban Gardening“ – am 04.09.18 im UFO

Nach dem kurzen Sommerloch geht es für das NHF nun am

04.09.18 ab 18 Uhr

voller Elan in die zweite Jahreshälfte. Wir kehren zurück von unseren Gartenausflügen und treffen uns wieder wie gewohnt im Universitätsforum Ost (UFO) der RUB. Die ganze Veranstaltung wird um etwa 19:30 Uhr zu Ende sein.

Dieses mal dürfen wir Euch endlich die Ergebnisse unserer seit mittlerweile einem Jahr laufenden Projekte Urban Gardening und Bio Abfall präsentieren.

Bio Abfall:

Wie groß ist das ökonomische und ökologische Potential bei der Einführung einer Bio Tonne in studentischen Wohnheimen in Bochum? Mit dieser Frage beschäftigte sich der AK Bioabfall. Dazu wurde ein Infoflyer erstellt und in ausgewählten Wohnheimen verteilt. Per Umfrage wurde anschließend ermittelt, wie groß die Bereitschaft beziehungsweise das Wissen zur Mülltrennung bei den Studierenden ist. Den Leitfaden, technische Einblicke und die Ergebnisse der Umfrage präsentieren wir euch an diesem Abend.

Urban Gardening:

Der AK Urban Gardening hat die Bedingungen für Urban Gardening Projekte in Bochum überprüft und den Aufbau eines Netzwerks zwischen den verschiedenen Gemeinschaftsgärten in Bochum begleitet. Außerdem wurde ein Leitfaden mit allen nützlichen Tipps und Beschreibungen zum Urbanen Gärtnern erstellt. Freut euch auf einen Rückblick über den spannenden Verlauf des stetig wachsenden Projekts und über die Erkenntnisse aus einem Jahr Urban Gardening in Bochum.

Der Ablauf des Abends:

Wie immer sind Interessierte aus allen Fachbereichen willkommen, der Eintritt ist selbstverständlich frei. Bei Rückfragen könnt ihr euch wie gewohnt an uns wenden. Wir freuen uns auf Euch, eure Fragen und einen regen Austausch!

Bei Fragen, Anmerkungen oder Ähnlichem könnt ihr uns wie gewohnt [Link] erreichen.

Das Bild zeigt ein praktisches Beispiel der Dachbegrünung und der Stadtgärtnerei in Tongyang Town, Hubei (China).

Begrünte Dächer bieten vielerlei Möglichkeiten Einfluss auf das lokale Mikroklima in der Stadt zu nehmen und dabei langfristig Energie und Ressourcen zu sparen. Nach eventuell hohen Anschaffungskosten und neben einer gewissen, notwendigen Pflege (Sträucher schneiden, Substrat aufbringen, …) sind die Vorteile gravierend.

Die „grüne Schicht“ schützt die Dachabdichtung vor UV-Strahlung und mechanischen Einwirkungen und verlängert damit ihre Lebensdauer. Sie verbessert das Raumklima lokal – da durch Verdunstung die Temperatur in den Räumen unter den Dächern gesenkt wird, was wiederum die Mengen benötigter Kühlenergie verringert – als auch das urbane Mikroklima in ihrer Umgebung. So wird Dachbegrünung als ein mögliches Gegenmittel zu „urbanen Hitzeinseln“ und zur Verbesserung des Stadtklimas gewertet, da sie auch Staub und Schadstoffe aus der Luft filtern. Von möglicher CO2-Bindung im Substratboden ganz zu schweigen.
Ein weiterer Aspekt ist die Wasserrückhaltung der grünen Fläche, welche wiederum Siedlungsentwässerungen und Kläranlagen entlasten können.

Natürlich können Dächer auch in Verbindung mit Solaranlagen begrünt werden.

Lizenziert ist das Bild des Wikimedia Nutzers Vmenkov unter einer CC-BY-SA-3.0 Lizenz.

Advertisements

Stand Juli 2018 – AK Urban Gardening

UG Zeitplan Juli

Garten und Workshop

Der Juli war für viele AK Mitglieder klausurenreich und vor allem heiß. Der Garten an der Wasserstraße hat die Hitze dennoch gut überstanden und weiterhin reichlich Zucchini und weiteres Gemüse hervorgebracht. Wenn das so weiter geht, könnt Ihr euch am 18. August zum Grillen, Erforschen und Werkeln [Link zum Workshop] auf einen blühenden Garten freuen. Um sicherzugehen, dass das Gemüse des Gartens nicht mit eventuellen Altlasten aus dem Boden belastet ist, hat der Arbeitskreise eine umfangreiche Bodenprobe im Garten entnommen und in ein Bodenlabor geschickt. Die Ergebnisse geben dann bald dazu Aufschluss auf den Gehalt von Schadstoffen und auch den Humusanteil.

Leitfaden

Der Leitfaden über das Urbane Gärtnern wird nächste Woche endlich veröffentlicht! Er wird neben einer Übersicht der Bochumer Gärten auch viele hilfreiche Gärtnertipps enthalten.

Eure Ideen

Habt ihr Interesse an einer Exkursion zu Gemeinschaftsgärten in einer anderen Stadt des Ruhrgebiets Ende August? Wir nämlich schon! Schreibt uns gerne eure Ideen an urbangardening-nhf@rub.de, weitere Infos erhaltet ihr dann rechtzeitig.


Das Foto zeigt die zu analysierende Erde des Gemeinschaftsgarten an der Wasserstraße.  Die Analyse erfasst für das Gärtnern wichtige Nährstoffe und deckt eventuelle toxische Schwermetalle im Boden auf. Die Bodenqualität ist entscheidend für den Wachstum der Pflanzen. Mangelnde Qualität, Krankheiten oder Schädlingsbefall bei den Pflanzen können auf eine schlechte Bodenqualität zurückzuführen sein. [Foto:S.W.]

AK BioAbfall – Exkursion zur Biogasanlage

Am 18. Juli fand unsere Exkursion zur AHE-Biogasanlage in Witten-Bebbelsdorf [Link zur AHE-Webseite] statt. Knapp ein Dutzend interessierter NHF-Teilnehmerinnen reiste per organisierter Radtour oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus Bochum an und wurde gute anderthalb Stunden über die gesamte Anlage geführt.

Die AHE-Biogasanlage in Witten-Bebbelsdorf besteht aus

  • einer Annahmehalle, in der kommunaler Biomüll aus der haushaltsnahen Sammlung sowie kommunaler Grünschnitt (Straßenbegleitgrün…) verarbeitet wird,
  • dem Fermenter, in dem das Biogas gewonnen wird,
  • einem Nachlager für flüssige Gärprodukte und fünf Intensivrotten, in denen Kompost produziert wird. Beide Produkte werden regional in der Landwirtschaft als Düngemittel eingesetzt, sowie
  • einer Schaltzentrale, von wo aus die Anlage gesteuert wird.

Was allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wohl im Gedächtnis bleiben wird, ist die große Menge an Plastik und falsch eingeworfenem Müll, der sich in dem angelieferten Biomüll befand. Das Problem daran: es gibt auf der Anlage, neben der händischen Sortierung, die mit Blick auf den bezahlten Arbeitsaufwand viel zu teuer ist, kaum effektive Möglichkeiten, das Plastik aus dem Biomüll zu entfernen. Dadurch gelangt in den Kompost, der am Schluss von den Landwirtschaftsbetrieben abgeholt und auf das Feld gebracht wird, immer wieder ein nicht unerheblicher Teil biologisch nicht abbaubarer Reststoffe. Wir appellieren daher an dieser Stelle an alle aktuellen und künftigen Nutzerinnen und Nutzer einer Biotonne, auf die richtige Trennung zu achten.

Am Ende wollten wir noch wissen, wie viel Kapazitäten die Anlage derzeit noch zur Verfügung hat. Wir wurden informiert, dass noch genug Platz für den Biomüll mehrerer Wohnkomplexe zur Verfügung stünde. Bei der Biogasanlage in Witten handelt es sich zwar um eine verhältnismäßig kleine Anlage, die dennoch und insbesondere in der Region einen großen Beitrag zu einer nachhaltigeren Abfallbeseitigung leistet.

Im folgenden finden sich ein paar fotografische Eindrücke von der Exkursion.

P1130593

Auf dem obigen Bild befindet sich links hinten ein Teil des kommunalen Biomülls wie er angeliefert wird. Rechts ist der nicht geeignete, aussortierten Anteil aufgeschüttet. Da die Sortiermaschine Plastikteile nur über ihr Gewicht erkennen kann, werden auch viele biologische Bestandteile aussortiert.

P1130595

Ein Teil der NHF-Gruppe steht vor dem BHKW, das das Biogas vor Ort direkt in Strom umwandelt.

P1130600

Ein Blick in den Fermenter, das Herzstück der Anlage: Dort wird das Biogas unter therophilen Bedingungen von speziellen Bakterien produziert.

P1130627

Im Hintergrund ist einer der Rottetunnel zu sehen, in denen die festen Überreste aus dem Fermenter mit der Zeit zu wertvollem Kompost werden. Dieser ist auf dem Bild im Vordergrund zu sehen.

P1130636

In der Schaltzentrale wird den Teilnehmenden noch einmal erklärt, wie alle Teile der Anlage zusammenhängen und in welcher Beziehung die einzelnen Wirkungsprozesse zueinander stehen.

Weitere Informationen und ein erklärendes PR-Video zur AHE und zum Biogasanlagenprinzip (von der Tonne bis zum Strom aus der Steckdose) finden sich auf der entprechenden AHE-Webseite www.stromtonne.de/

Wir danken der AHE GmbH und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf der Biogasanlage Witten-Bebbelsdorf herzlich für den exklusiven Einblick und für einen durchweg informativen und interessanten Vormittag!

 

Der AK Urban Gardening lädt ein: Workshops und Grillen im Gemeinschaftsgarten an der Wasserstraße am 18. August 2018

Der Arbeitskreis Urban Gardening lädt anlässlich der finalen Phase des Projektes am

Samstag, den 18.08.18 im Gemeinschaftsgarten an der Wasserstraße 55

zum gemeinsamen Tüfteln und Speisen ein. Es werden Workshops zu den Themen Kräuterschnecke, Sitzmöbel aus Paletten und Paletten-Vertikalbeet angeboten. Um zu entscheiden, ob die Workshops parallel oder nacheinander ablaufen sollen, bitten wir um eine kurze Rückmeldung eurerseits mit ergänzendem Interessensschwerpunkt (an urbangardening-nhf@rub.de). Die entstehenden Materialkosten werden von unserem Projektbudget getragen. Meldet euch also auch bitte, damit wir genug Material für alle einplanen können. Im Anschluss findet ein offenes Mitbring-Grillen für alle Arbeitenden sowie weitere Interessierte statt.

Tagesablauf:

Ab 14 Uhr: Workshops zu den Themen

  • Euro-Paletten-Vertikalbeet
  • Aufbau einer Kräuterschnecke
  • Bau von Sitzmöbeln aus Euro-Paletten

Ab 18 Uhr: Grillen und gemütliches Beisammensein

Anmeldung zu den Workshops

  • Bis 15. August 2018
  • Mail an: urbangardening-nhf@rub.de
  • Bitte kurze Angabe von Interessensschwerpunkt (Vertikalbeet, Kräuterschnecke, Sitzmöbel); mehrere Angaben sind möglich
  • Betreff: Urban Gardening Workshop

Bei Rückfragen stehen wir selbstverständlich wie gewohnt zur Verfügung! Bis zum 18. August bei hoffentlich wunderbarem Wetter!

Das Foto zeigt die Kräuterschnecke des Hammer Gartens (Galensche Straße, Hamme) samt Radfahrendenbeinen. [Foto: S.W. ]

Kurz Vorgestellt: Cargo Pedelec

Auch das zweite „Kurz Vorgestellt“ Projekt ist an der Hochschule Bochum angesiedelt.


Projektname: 

Cargo Pedelec


Projektträger: 

Prof. Dr.-Ing. Günter Lützig

Projektleitung:

Holger Kluft

(Fach-)Bereich: 

Maschinenbau

Motivation: 

Zukunftsorientierte und nachhaltige Elektromobilität

Eckdaten:

Projektstart 2015, mittlerweile 33 ehrenamtlich tätige Studenten


Kurz zusammengefasst:

Einleitung:

Im studentisch  organisierten Lehrforschungsprojekt „Cargo Pedelec“ wird alternative Elektromobilität für die Zukunft entwickelt, welche speziell im urbanen  Raum zukünftig erheblich zunehmen wird. Daher versuchen wir Mobilität neu zu denken und stellen uns Fragen – Warum wiegt ein Fahrzeug 1,5 Tonnen, wenn es in den meisten Fällen lediglich 80 Kilogramm Mensch und ein paar Gegenstände von A nach B transportiert?

Zielsetzung:

Das Projekt dient der Entwicklung alter- nativer Elektromobilität für die Zukunft. Es sollen die Vorteile des Radfahrens mit den Vorzügen des elektrischen Automobils  in einem nachhaltigen Fahrzeugkonzept vereint werden, um die Alltagstauglichkeit und Akzeptanz des Fahrrades zu steigern. Die Hochschule Bochum kann sich zukünftig als Kompetenzzentrumfür (alternative) Elektromobilität in Nordrhein-Westfalen etablieren um mit der zunehmend  fahrradorientierten Entwicklung z.B. in Dänemark, den Niederlanden,  Norwegen und Schweden Schritt zu halten.

Philosophie:

Die Kernphilosophie des Projektes lautet „Back to Basics“. Jedes nicht unbedingt nötige Feature (Funktionen wie z.B. elektrische Sitzverstellung) bedeutet  nicht nur erhöhte  Kosten und zusätzlichen Aufwand, sondern auch mehr Gewicht und verbrauchte  Ressourcen. Nach unserer Projektphilosophie ist dies nicht mit der Entwicklung nachhaltiger Technik für die Zukunft vereinbar.

Projekte:

Bisher wurden die Prototypen eines einspurigen Lastenrades und eines zweispurigen, „erweiterten“ Fahrrads (eelo) fertiggestellt. Das „eelo“ fährt 45km/h und ein komfortables Wetterschutzkonzept schützt zwei Erwachsene, zwei Kinder sowie bis zu 80 kg Ladung. Während der Fahrt unterstützt ein kräftiger Elektromotor die beiden FahrerInnen  beim Pedalieren. Im gegenwärtigen Entwicklungszyklus wird an einer verbesserten Version des „eelos“ gearbeitet.



Sonstiges:

Für mehr Informationen besucht die Website des Projekts. Dort findet ihr auch die Kontaktdaten der Beteiligten.

www.eelo.eu

http://www.hochschule-bochum.de/fbm/einrichtungen/cargo-pedelec.html


 

Das Beitragsbild zeigt eine Skizze des „Cargo Pedelecs“, angefertigt im Rahmen des Projektes.

Nachbetrachtung des Nachhaltigkeitsforums „Foodsharing und Urban Gardening“ am 03.07.2018 im Alsengarten Bochum

Dank des sommerlichen Wetters zog es das Nachhaltigkeitsforum ausnahmsweise für ein Treffen in das Alsenwohnzimmer Bochum, beziehungsweise in den Alsengarten. Diesmal standen die Themen „Foodsharing und Urban Gardening“ im Fokus. An dieser Stelle ein Dankeschön an den Jörg Menden vom Alsengarten Bochum und an die zahlreich erschienenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer für einen interessanten Austausch.

Das nächste Nachhaltigkeitsforum findet statt am

07.08.18 ab 18 Uhr im Universitätsforum Ost (UFO) 

Bei Fragen, Anmerkungen oder Ähnlichem könnt ihr uns wie gewohnt [Link] erreichen.

Im Folgenden findet ihr die Zusammenfassung des Treffens.


1. Begrüßung

2. Update aus dem Arbeitskreis BioAbfall

Der Flyer zum Leitfaden für eine sachgerechte Nutzung der Biotonne wurde nun in den Druck gegeben. Desweiteren steht die Umfrage zu Erfahrungswerte und Potenzialen der Biotonnennutzung in Wohnheimen in den Startlöchern, um verschickt zu werden. Außerdem wird am 18. Juli 2018 die Exkursion zur Biogasanlage in Witten stattfinden. Weiter Informationen zu der Exkursion findet ihr hier.

3. Impulsvortrag „Foodsharing“ von Janine Skibbe

Im Anschluss gab es einen kurzen Vortrag zum Thema Foodsharing von Janine Skibbe.

Die Zahlen sprechen offenbar für sich. Jährlich werden weltweit 4 Milliarden Tonnen Nahrung produziert, davon werden 1,3 Milliarden Tonnen verschwendet. In Deutschland werden jährlich 11 Millionen Tonnen Nahrung verschwendet, etwa 2/3 davon werden durch den Endverbraucher verursacht und sind somit vermeidbar.
Im Jahr 2012 beschloss eine Inititative aus Berlin gegen die Lebensmittelverschwendung vorzugehen und begann eine Kooperation mit der Bio Company GmbH in Berlin. Ziel war es, noch genießbare Lebensmittel zu retten, bevor sie aus welchem Grund auch immer weggeschmissen werden. Daraufhin entstand die Plattform Foodsharing.de, auf der sich innerhalb weniger Monate tausende Mitglieder registrierten.
Sogenannte „Foodsaver“ sorgen dafür, dass ungewollte oder überproduzierte Lebensmittel (aus Betrieben) nicht weggeschmissen, sondern verteilt werden. Außerdem können Provatpersonen über die Website (Rubrik „Essenskörbe“)  Lebensmittel mit anderen Mitgliedern teilen. Um vom Foodsharing zu profitieren, ist eine Mitgliedschaft nicht Pflicht.

Viele regionale Foodsharing-Vertreter haben sogenannte „Fairteiler“ errichtet. Dies sind kleine Regale, in der jede/r Lebensmittel hinzufügen und entnehmen kann. In Bochum steht einer dieser Fairteiler zum Beispiel direkt vor dem Alsenwohnzimmer in der Alsenstraße. Ein weiterer befindet sich seit Anfang 2018 an der Ruhr-Universität im frei zugänglichen Studierendenhaus (AStA-Flur). Vorgabe ist, dass es sich bei den geteilten Waren noch um genießbare Lebensmittel handelt.

Das Selbsverständnis von Foodsharing beinhaltet, dass Lebensmittel niemals verkauft werden, es keine Konkurrenz zur Tafel darstellen soll und dass die Verteilung fair und nicht nach Bedürftigkeit erfolgt. Foodsharing ist unabhängig, unparteilich und allgemeinnützig.

4. Erste Ergebnisse des Arbeitskreises Urban Gardening

Der Leitfaden ist nun fertig. Allerdings ist der für Ende des Semesters geplante Workshop noch in der Planung. Der Garten an der Wasserstraße wächst jedoch weiter. Dort werden stetig weitere, kleine Projekte realisiert.

5. Ausklingen im Alsengarten

Am Ende zogen alle Teilnehmer weiter in den Alsengarten. Es gab ein kleine Führung durch die bunten Stationen und kleinen sowie großen Projekte des Gartens:

  • der frisch errichteten Pizza- und Raketenofen,

07039867.jpg

  • die Obstecke,

07039876.jpg

  • die Kräuterspirale

07039877.jpg

  • die Hochbeete und

07039881.jpg

  • der Bienenkästen.

07039891.jpg

An den einzelnen Stationen wurden ergänzende Hintergründe und Basiswissen erläutert. Bei den Bienenkästen gab es dazu noch einen spontanen Vortrag zum Verhalten und der Lebensweise der Bienen.

 

 

Der grüne Brief ist da: Kerstin Meyer, IAT

Den Anfang macht Kerstin Meyer vom Institut Arbeit und Technik (IAT), welche im Oktober des vergangenen Jahres beim Nachhaltigkeitsforum mit dem Thema „Alternative Wege der Stadtentwicklung“ das Projekt „UrbaneProduktion.Ruhr“ vorstellte. Im Folgenden erwarten euch ihre Antworten auf die Fragen.


Was bedeutet für Sie Nachhaltigkeit?

Nachhaltig ist für mich, so zu leben, dass die nachfolgende Generation die gleichen oder besseren Chancen zu leben hat, am besten im Einklang mit der Natur.

Welche Rolle spielt Ökologie in Ihrem Leben? Welche in Ihrem Beruf?

Ich bin auf einem kleinen Bauernhof groß geworden. Ohne dass Natur und Umwelt im Gleichgewicht sind, funktionieren Land- und Forstwirtschaft für mich nicht. Den Bauernhof mussten wir aus ökonomischen Gründen leider aufgeben. Bereits im Studium und auch beruflich beschäftige ich mich heute damit, wie Ökonomie und Ökologie aufeinander abgestimmt werden können. Im Forschungsprojekt UrbaneProduktion.ruhr geht es genau darum: Wie kann man von möglichst nachhaltig, in der Stadt produzierten Produkten gut leben? Noch komme ich gut ohne Auto klar – das war für mich auch ein Grund, ins Ruhrgebiet zu ziehen – und ich versuche so wenig wie möglich zu konsumieren. Und wenn doch, dann so viel wie möglich vor Ort oder nachhaltige, d.h. langlebige, reparable und/oder biologisch abbaubare Produkte. Im besten Falle alles auf einmal. Gelingt leider noch nicht häufig. Dafür braucht es noch bessere Gesetze.

Was ist, Ihrer Meinung nach, Ihr größter Beitrag zur sozial-ökologischen Transformation?

Ich beschäftige mich mit der nachhaltigen Stadtentwicklung zur funktionsgemischten Stadt. Leben in der Stadt soll wieder lebenswert und menschengerecht – und nicht autogerecht – sein. Dabei zeigen wir im Projekt Beispiele, wie das möglich sein kann und versuchen das umzusetzen. Gleiches gilt natürlich auch für das Leben auf dem Land.

Was braucht es, Ihrer Meinung nach, um die Ziele des Pariser Abkommens noch erreichen zu können? („Begrenzung der Erderwärmung auf weit unter 2°C im Vergleich zu 1880“)

Ein klares globales Bekenntnis zum Klimawandel von Politik, Industrie und Gesellschaft. Darauf folgend eine Strategie – v.a. in den Industrienationen – wie wir in Zukunft nachhaltig leben können. Dazu gehören z.B. klare Maßnahmen wie die Besteuerung von Unternehmen, die durch ihre Produktion und Produkte negative Externalitäten hervorrufen, sowie die Förderung und Entwicklung von Cradle to Cradle (C2C) in allen Bereichen und auf globaler Ebene.

Ein Blick in die Kristallkugel: Welche Chancen sehen Sie dabei in Zukunft? Welche Gefahren sehen Sie?

Als Chancen sehe ich die vielen Menschen, die sich weltweit gerade mit neuen Konzepten zu nachhaltigerem Leben beschäftigen, ob gemeinschaftliches Zusammenleben, ökologische Landwirtschaft, Entwicklung von C2C-Produkten etc.

Als Gefahr sehe ich, dass sich auf der anderen Seite Menschen von Medien stark beeinflussen lassen, sei es durch Werbung oder Negativereignisse. Angst ist derzeit leider mächtig und kann Erneuerung behindern.


kmeyer_1

Kerstin Meyer vom Verein Urbane Produktion / Institut Arbeit und Technik (IAT) aus Bochum und Gelsenkirchen, beschäftigt sich bei ihrer Arbeit unter anderem mit der nachhaltigen Entwicklung von Städten und ländlichen Räumen. Zusammen mit Jan Bunse vom Verein Die Urbanisten e.V. aus Dortmund gab sie einen Einblick in die Aufgabenfelder des Projekts UrbaneProduktion.ruhr , das sich mit den Folgen des Strukturwandels durch Globalisierung und verändertem Konsumverhalten auf lokaler Ebene auseinandersetzt. Kleine und mittlere Betriebe, Selbstständige und GründerInnen werden dabei durch wissenschaftliche Untersuchungen an gesunden und umweltschonenden Produktionswegen unterstützt und gefördert.

 

„Natürlich interessiert mich die Zukunft. Ich will schließlich den Rest meines Lebens darin verbringen.“ – Mark Twain